Medikamente gegen Bluthochdruck

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Die Pharmaindustrie nimmt gerade auf dem Gebiet des arteriellen Bluthochdruck ´s unzählige Anstrengungen auf sich, um neue Wirkstoffe (Medikamente) auf den Markt zu bringen. Da dieser gewerbliche Zweig wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen primär auf Gewinnmaximierung zielt, wurden vom Gesetzgeber strenge Bedingungen definiert, die von den meisten Pharmaunternehmen auch eingehalten werden:
So müssen neue Wirkstoffe (Medikamente) mehrere Testphasen durchlaufen, bevor sie eine Zulassung für den Arzneimittelmarkt erhalten. Die Zulassung ist außerdem für definierte Indikationen beschränkt.

Man könnte meinen, dass das ausreiche. Das Gegenteil ist der Fall, denn trotz mehrjähriger Testphasen der Medikamente ist folgendes festzuhalten:

zählt man alle Testphasen zeitlich zusammen, dann werden während der überwiegenden Zeit die Medikamente an Versuchstieren, nicht an Menschen getestet.

im Vergleich zur praktisch lebenslangen Therapiedauer sind die Testphasen der Medikamente sehr kurz und erlauben zunächst kaum Langzeitaussagen.

So traurig es ist ­ an Langzeitpatienten, die Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen, beobachten wir Erscheinungen, die man bereits als “Vergiftung“ bezeichnen könnte. Biologische Regelkreise des Körpers im Gegenspiel zwischen Sympathikus (= zum vegetativen, unwillkürlichen Nervensystem gehörender Nerv, der für die Engstellung der Gefäße verantwortlich ist ) und Parasympathikus (= Gegenspieler des Sympathikus) werden durch die Langzeittherapie empfindlich gestört und es kommt im Laufe der Zeit zu einer paradoxen Wirkung der Blutdruck – Medikamente: Der Blutdruck steigt DURCH das Medikament.
Hierzu gibt es kaum Studien, lediglich einschlägige praktische Erfahrungen, die wir unter anderem hier in der Herzklinik Bad Nauheim sammeln konnten.

In der Regel werden bei zunehmendem Bluthochdruck dann andere Medikamente probiert oder es werden sogar Medikamente kombiniert – nicht selten mit nur bescheidenem Erfolg. Dabei handelt der niedergelassene Arzt in bestem Glauben, denn die vielen Studien scheinen ihm ja recht zu geben. Und die Gesellschaft fordert ja auch Medikamente der jüngsten Generation. Man vergisst, das der neueste Stand auch ein Risiko birgt: die sog. “Kinderkrankheiten“.

Die Folge auf lange Sicht: Der Sympathikus dekompensiert und treibt den Bluthochdruck noch weiter nach oben. Wir haben unter dieser Therapie hypertensive Krisen (= fataler Blutdruckanstieg) gesehen und vor allem auch Koronarspasmen (=Verengungen der Herzkranzgefäße), die sicher durch Beta-Blocker ausgelöst oder unterhalten wurden.

Besonders giftig reagiert der Sympathikus – und auch besonders schnell – wenn seine ureigensten Interessen durch entsprechende Medikamente berührt und verletzt werden. Er, der verantwortlich für das Zuziehen der Gefäße ist, wird sehr schnell durch alle Medikamente provoziert, welche die Gefäße stark aufreißen. Dazu gehören alle stark gefäßerweiternden Medikamente. Beispielhaft dafür sind auch die erst kürzlich entwickelten, stark wirksamen Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ, wie Nivaldipin, Amplodipin, Nitrendipin. 
Außerdem gehören dazu die meisten ACE-Hemmer (Medikamente gegen Bluthochdruck), die über eine reflektorische, sympathikotone Aktivierung (= Verschiebung des Gleichgewichts zugunsten des antriebsfördernden Teils des vegetativen Nervensystems) eine so starke Hyperkontraktilität (= übermäßiges Zusammenziehen) des Herzens provozieren, dass sich der Herzinnenraum verkleinert und das aus den Lungen ankommende sauerstoffreiche Blut wieder in die Lungen zurückdrückt aber

Diese Stauungssymptomatik bewirkt an den Lungenbläschen, den keinen Lungenwegen, einen Husten durch Austritt von Serum und nicht irgendwelche Bradykinine (= Gewebshormone), wie heute noch manche glauben.   

Die Hyperkontraktilität des Herzens mit Verkleinerung der linken Herzkammer ist durch die reflektorische Reizung des Sympathikus vermittelt. Da nützt letztlich auch die an sich positive Gefäßerweiterung mit Erleichterung der Herzarbeit rein gar nichts. Wenn der Sympathikus “hochkocht“, ist er auch für eine zentrale Dämpfung mit starken Alpha-Rezeptor-Antagonisten nicht zu beruhigen. 

Besonders schlimm wirken sich Kombinationsbehandlungen von ACE-Hemmern der ersten Generation in hohen Dosierungen aus, wenn sie mit Alpha1-Rezeptoren (dies sind ebenfalls Medikamente gegen Bluthochdruck), Alpha2-Rezeptoren-Blockern oder mit hoch dosierten Beta-Rezeptoren-Blockern kombiniert werden.   

Wird die Hyperkontraktilität (Verkleinerung) des Herzens nicht erkannt, und dafür spricht die Fabel vom ACE-Hemmer-Husten, der angeblich durch Bradykinine ausgelöst werden soll, sind weitere Fehldiagnosen vorprogrammiert, wie chronische Bronchitis und Asthma-bronchiale. Und dann schleichen sich sogar Sympathikomimetika als Bronchodilatatoren ins Therapiekonzept, nicht selten im Sinne einer Feuer-Wasser-Therapie, ein.

Das bemerken die Patienten, die diese Medikamente einnehmen, an folgenden Symptomen:

– innere Unruhe
– vermehrte Schweißbildung
– anhaltende Schlafstörung
– Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit
– bronchitische Neigung und vermehrtes Husten besonders Nachts
– Atemnot
– Brustschmerz bzw. Druck auf die Brust

Das rasche Absetzen der Medikamente ist indes auch nicht ungefährlich, denn der Bluthochdruck normalisiert sich nicht sofort. Der Sympathikus braucht Zeit für die Rekompensation, d. h. für den Weg zurück zur normalen Funktion. Anfangs kann sich der Bluthochdruck daher sogar noch verstärken. Aus diesem Grund ist die ambulante Entwöhnung viel zu gefährlich. Diese Maßnahme muss stationär durchgeführt werden. Unsere Herzklinik in Bad Nauheim bietet auf diesem Gebiet Kompetenz und Erfahrung. Bei Zwischenfällen können wir sofort eingreifen.

Wie gesagt: lassen Sie diese gefährliche Entwöhnung des Sympathikus nicht ambulant durchführen. Die Patienten sind in der Umstellungsphase koronar und zerebral durch Spasmen (= Verkrampfungen) gefährdet. Wir erkennen einen Spasmus oder eine spastische Neigung an der Blutgasanalyse und können frühzeitig eingreifen.

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